IM KOLONIALEN HOCHLAND

IM KOLONIALEN HOCHLAND

Unser Abstecher an die Pazifikküste nach der Kupferschlucht ist nur von kurzer Dauer und die Entdeckungs-Tour geht – mit unseren Reisebegleiterinnen Caroline und Heather hinten in der Kabine sitzend – zurück in das koloniale Hochland der Sierra Madre Occidental von Mexiko. Es ist ein grosser Kontrast zu unseren bisherigen Erlebnissen auf der Baja. Die Region ist viel bevölkerungsreicher und es gibt hunderte von Dörfer und Städte anstelle der einsamen Strände.

VON PLAZAS UND KATHEDRALEN

Die Spanier haben hier beeindruckende Arbeit geleistet und jede Stadt und jedes Dorf besitzt einen (oder mehrere) hübsch zurechtgemachten Plaza mit einer kleinen Kirche oder einer Kathedrale. Oft haben diese tollen Steinmetz-Arbeiten an ihren Fassaden und imponieren mit ihrer schieren Grösse. Überlebensgrosse Statuen von europäischen Entdeckern und Missionaren zeigen Situationen, in denen sie der indigenen Bevölkerung nicht nur den Glauben, sondern quasi die Erleuchtung bringen… Wir sind von dieser beschönigten Version der Geschichte nicht überzeugt, zu viele blutige Opfer hat die Spanische Herrschaft gefordert und wir schämen uns ein wenig für das dominante Verhalten der Europäer… ☹

Nichts desto trotz haben Städtchen wie Durango, Guanajuato oder San Miguel de Allende dank der Spanischen Herrschaft einiges an Flair und Kultur zu bieten. Letzteres, San Miguel de Allende, ist heute das Zuhause vieler Amerikaner, welche hier den kalten Wintermonaten in den USA entfliehen und die entsprechend grosse Anzahl an Cafés, Restaurants & Boutiquen geniessen. Auch wir lassen uns treiben und verlieren uns zwischen historischen Gebäuden und dem grossen kulinarischen Angebot dieser Kolonialstadt.

MONARCH-FALTER

Unser letzter gemeinsamer Ausflug mit Caroline und Heather bringt uns sogar noch höher in die Berge. Wir besuchen auf über 3500 Meter über Meer die Monarch-Falter in den Tannenwäldern. Vor Jahren haben wir dieses Naturschauspiel in einem National Geographic Dokumentarfilm gesehen und seither steht es auf unserer Wunschliste. Die orangen Schmetterlinge finden sich nach ihrer Reise von Kanada durch die USA in diesen Bäumen zum Überwintern ein. In riesigen Trauben lassen sich aber-millionen der filigranen Tierchen auf den Ästen nieder. Wenn ihnen die Frühlingssonne auf die Flügel scheint und sie aufwärmt, heben sie zu tausenden ab und schwirren durch die Luft. Ein Naturwunder sondergleichen das uns berührt und vor Staunen stillstehen lässt.

Es ist ein würdiger Abschied eines tollen, gemeinsamen Roadtrips mit unseren englischen Begleiterinnen und die Beiden erhalten von uns das Zertifikat «overlanding-geprüft» 😊 Nach einer festen Umarmung und einem Abschied auf unbestimmte Zeit fliegen sie eine Woche ans Meer zur Erholung und dann zurück nach London.

UNSER ERSTER VULKAN IN MEXIKO

Wir hingegen bleiben noch etwas in der Bergen und fahren nach Morelia mit seiner stattlichen Kathedrale und weiter zum Vulkan Paricutín. Eine Wanderung führt uns dort am Fusse dieses relativ jungen Vulkans zu einer Kirche der etwas anderer Art… Innerhalb von nur 8 Jahren floss im Jahre 1943 aus einem plötzlich auftretenden Loch in der Erde so viel Lava, dass ein ganzes Dorf darunter begraben wurde. Davon zeugen heute die Überreste der Kathedrale, die inmitten des erkalteten Lavaflusses steht. Mystisch, ja fast schon unheimlich ist die Stimmung am späten Nachmittag als plötzlich schwarze Wolken aufziehen und ein paar grosse Regentropfen wie Tränen aus dem Himmel fallen…

Nach mehreren Wochen haben wir nun vorerst genug von kolonialer Kultur und dem kühlen Klima in den Bergen der Sierra Madre und sehnen uns wieder nach wärmerem Wetter und dem Meer. ¡Hasta luego!

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