IN DER MITTE

IN DER MITTE

Ecuador! Der Name sagt es schon, dieses Land wird von der Äquatorlinie geteilt. Weshalb sich gerade hier die «Mitad del Mundo», die Mitte der Welt, befindet und nicht in einem anderen Land durch das die gleiche Linie Läuft ist unklar. In Ecuador heisst es, sei es wegen der Höhe und der klaren Luft ursprünglich einfacher gewesen den Nullpunkt genau zu bestimmen. Trotzdem liegt der Punkt 240 Meter neben der exakten Nulllinie und deshalb gibt es in Ecuador nun zwei Mitten, eine historische und eine exakte. Wir haben beide besucht und sind natürlich über beide Linien gehüpft und von nun an geht unsere Abenteuerreise auf der südlichen Halbkugel weiter.

FLOTT UNTERWEGS

Was uns in Ecuador ausserdem auffällt, ist der fantastische Zustand der Strassen. Nach Kolumbien geniessen wir diese und geben mal wieder richtig Gas ohne ständig den Schlaglöchern und Topes ausweichen zu müssen. Nicht nur die guten Strassen, sondern auch die unvergleichlichen Dieselpreise machen das Autofahren hier zum Vergnügen 😊 Für 1 US-Doller gibt es 4 Liter Diesel und so wird tanken fast schon eine Freude fürs Portemonnaie und wir scheuen uns auch nicht vor dem einen oder anderen Umweg auf unserer Entdeckungstour durch das Land.

SCHWINDELNDE HÖHEN

Zum Anschauen gibt es in Ecuador nämlich so einiges und so fahren wir mit unserem Zuhause-auf-Rädern das erste Mal in schwindelerregende Höhen über 4’000 Meter.  Der Parkplatz vom Basis-Camp des Vulkans «Cotopaxi» liegt auf 4’580 Meter und derjenige des «Chimborazo» sogar auf 4’850 Meter. Die Anfahrt zum Cotapaxi ist wegen der steilen und schlechten Piste für unser Gefährt aber um ein Mehrfaches anstrengender als die auf den höheren Chimborazo. Dank der Getriebe-Untersetzung schaffen wir es aber bis nach oben. Im Schritttempo und mit viel weissem Rauch dampfen wir uns Meter für Meter ans Ziel. Manchmal verfluchen wir den Entscheid keinen Turbo eingebaut zu haben… Aber je länger wir auf dieser Höhe fahren, desto besser kommt unser Fahrzeug mit der dünnen Luft zurecht. Uns geht es dabei ähnlich. In Höhen um die 5’000 Meter ist der Sauerstoff knapp und wir schleppen uns nur noch langsam und nach Luft schnappend durch die im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Landschaft. Und auch wenn uns nicht viele Höhenmeter vom Ziel trennen, benötigen wir etliche Atempausen bis dorthin. Den Lamas und Vicuñas scheint dies nichts auszumachen und offensichtlich reicht ihnen auch das wenige, dürre und stachlige Grass das es hier gibt zum Leben. Vielleicht ist es ja die heisse Schokolade, die uns schlussendlich die nötige Energie gibt soweit hochzusteigen, wie es ohne Guide erlaubt ist. Für die ganz fitten, oder sollte man sagen mutigen – beim Cotopaxi handelt es sich immerhin um den zweit-höchsten, aktiven Vulkan der Welt – geht es von dort weiter durch Schneefelder hoch bis zum Gipfel auf 5’897 Meter über Meer. Den Titel des höchsten Vulkans aber hat durch eine besondere geologische Gegebenheit der Chimborazo inne. Vom Mittelpunkt der Erde aus gemessen ist dieser nämlich 6’384 Meter hoch und überragt sogar den Mount Everest um zwei Meter, darauf sind die Ecuadorianer besonders stolz 😊

VIEL WASSER

Eigentlich sind wir ja in der Trockenzeit unterwegs, das heisst aber in Ecuador scheinbar nicht viel. Man erklärt uns, dass hier hinter jedem Hügel ein anderes Klima herrscht und dieses selbst im Süden und im Norden der Hauptstadt Quito unterschiedlich ist! So sind wir nicht wirklich erstaunt über das regnerische Wetter, das wir in dem für seine Wasserfälle berühmten Ort «Baños» antreffen. Nach den Tagen in der Sonne und den staubigen Pisten entlang der «Ruta de los Volcanes» geniessen wir das leise Tröpfeln auf dem Dach unserer Kabine schon fast und verbringen bei dem nasskalten Wetter wohltuende Badestunden in den hier ebenfalls zu findenden heissen Quellen. Dank dem Regen verdienen die Wasserfälle aber ihren Namen und wir sind beeindruckt über die Wassermassen, die vielerorts tosend und brausend in die Tiefe stürzen. Der spektakulärste Wasserfall trägt den bedrohlichen Namen «Pailón del Diablo», zu Deutsch Schlucht des Teufels. Um zu verhindern, dass wir komplett durchnässt werden, müssen wir hier auf den Besuch der unteren Aussichtsplattformen verzichten.

EIN BISSCHEN HEIMAT

Auch kulturell hat das Land einiges zu bieten! Auf dem Weg Richtung Süden besuchen wir das koloniale Städtchen «Cuenca». Dort treffen wir auf einem Stadtrundgang auf zwei Schweizer und zwei Holländerinnen. Da tags darauf der 1. August vor der Türe steht (für alle nicht-Schweizer Leser: das ist unser Nationalfeiertag) und wir alle aus Käse-Ländern kommen, entschliessen wir uns spontan zu einem Fondue-Plausch, denn das gibt ja bekanntlich gute Laune 😊 Unsere Launen sind nach dem Schmaus sogar so gut, dass wir den Rest der Nacht durch Karaoke-Bars tingeln. Die Einheimischen sind über unsere gesanglichen Talente im internationalen – sprich englischen – Jargon tief beeindruckt. Nur Schade haben wir für unsere lieben Leser kein Mitschnitt gemacht… Aber vielleicht ist das gut so, denn sonst könnte es geschehen, dass wir von Sony entdeckt würden und die Reise abbrechen müssten…

DAS NÄCHSTE ABENTEUER RUFT

Zum Abschluss fahren wir an die Küste und können auf Meereshöhe wieder einmal richtig durchatmen. Wir parken unser Fahrzeug für eine Weile, packen unsere Taschen und fliegen für einige Tage in den Urlaub. Wohin erzählen wir im nächsten Bericht. Nur so viel sei verraten, wir erfüllen uns einen lang gehegten Traum…

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